Ernährungslüge #14: Fett macht fett!

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Fett macht fett – Wahrheit oder Mythos?

Wer zu viel Speck an Bauch, Po und Hüften besitzt, der hat wohl zu viel Fett gegessen, so die gängige Meinung! Seit Jahrzehnten werden Verbraucher vor dem bösen, dickmachenden Fett gewarnt. Vorangetrieben wird diese fettverteufelnde Botschaft weltweit vor allem von Ernährungs-Fachgesellschaften: Sie räumen den Fetten wie Butter und Öl auf der Ernährungspyramide die Spitzenposition ein – leider aber im negativen Sinne. Wer es an die Spitze schafft, gehört zu den ungesunden, dickmachenden Lebensmitteln. Von Ihnen sollte man möglichst wenig essen. Und wer sein Fett wieder loswerden möchte, wird geraten die Butter aufs Brot zu kratzen und Gemüse, Fleisch und Fisch in Brühe zu garen.  Damit es für den Verbraucher einfacher ist, sich „geschmacklos“ zu ernähren, wird Fett einfach überall reduziert oder rausgenommen. So lachen uns fettfreie Joghurts, fettfreie Kartoffelchips, fettarme Wurst, fettarmer Frischkäse bis hin zu fettfreien Gummibärchen vom Supermarktregal an.

Die Begründung für die Fett-macht-fett-These klingt erst einmal plausibel: Fett liefert mehr als doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate oder Eiweiß. Es ist der Nährstoff mit der höchsten Energiedichte. Sich mit einer fettreichen Ernährung schneller einen Energieschuss anzuessen klingt deshalb schlüssig. Wer aber die wissenschaftlichen Beweise für diese Empfehlung sucht, wird nicht fündig, weil sie schlicht nicht  existieren.

Im Gegenteil, die Ergebnisse der größten europäischen Langzeitbeobachtungsstudie (EPIC), die im Jahre 2009 publiziert wurde, widerlegte die Anti-Fett-These. Im Rahmen dieser Untersuchung beobachteten Forscher  über mehrere Jahre hinweg, wie sich das Körpergewicht von 90.000 Männern und Frauen in Abhängigkeit der Art und Menge des verzehrten Fettes veränderte. Ihr Fazit sollte zumindest die „fettarmen“ Befürworter überraschen: Es bestand kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Menge und Art des verzehrten Fettes und der Gewichtszunahme. Low-Fat als Schutzmaßnahme vor Übergewicht ist somit Nonsens.

Genauso wenig wissenschaftlich gesichert ist der umgekehrte Fall: Wer versucht mit fettarmer Kost seinen Speck wieder loszuwerden, wird sich nur über kurzfristige Erfolge erfreuen können. Die meisten Diäten scheitern langfristig gesehen, egal ob mit oder ohne Fett. So zumindest das Ergebnis einer Studie aus Minneapolis aus dem Jahre 2007. Hierbei wurde der Gewichtsverlust bei 80 Diäten ausgewertet. Mit den meisten Diäten lässt sich zwar ein guter Gewichtsverlust von 5-8 Kilo in 6 Monaten erreichen. Langfristig hat leider keine Diät dem erreichten Gewichtsverlust erfolgreich standgehalten. Dennoch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass kohlenhydratarme, fett- und eiweißbetonte Diäten(Low-Carb) im Vergleich zu Low-Fat im ersten Halbjahr signifikant mehr Gewichtsverlust einspielen.

Leider wird Fett als Nährstoff immer isoliert betrachtet und genau darin liegt der Fehler. Mal Hand aufs Herz: wer isst schon 1-2 EL Butter oder trinkt 1 Glas Öl?  Da wird es einem schon bei dem bloßen Gedanken schlecht. Viel wichtiger ist es die Energiedichte der gesamten Mahlzeit zu bewerten. Diese kann beispielsweise trotz hohen Fettanteils sehr niedrig ausfallen. Das hängt maßgeblich davon ab, ob gleichzeitig viel wasserreiches Gemüse, Salat oder Obst dazu kombiniert wird.

Sogesehen ist die Energiedichte von Steak mit Kräuterbutter und gebratenem Gemüse sehr viel niedriger als die von Vollkornbrot mit Butterkäse. Das liegt daran, dass Steak und Gemüse viel Wasser enthalten. Brot dagegen ist trocken, wasserarm, energiereich und kann durch den fetten Käse nicht entschärft werden.

Deswegen ist es ratsam den fetten Käse lieber mit Obst oder Gemüse zu verspeisen. Daneben ist auch die  Wirkung der Mahlzeit auf den Hormonstoffwechsel sowie auf die Sättigung nicht zu vernachlässigen. Ist diese ballaststoffreich, voluminös mit einem hohen Eiweiß – und niedrigen Kohlenhydratanteil, wird sie nachweislich  lange satt machen und  die Produktion des fettspeichernden Hormons Insulin im Zaum halten.

Fazit:
Fett macht also nicht fett und fettarm nicht zwangsläufig schlank. Fakt ist, Fett schmeckt und wem´s schmeckt, bleibt besser gelaunt!

 

 

 

Ernährungslüge #14: Fett macht fett!